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Gifts with Stories

WIE UNSER HAND​​GEMACHTES GESCHENK​​PAPIER ENTSTEHT

 

Unser Geschenkpapier wird im indischen Jaipur von Hand gefertigt. Dafür werden Stoffreste und Abfälle aus der Textilproduktion zu hochwertigen Bogen wiederverwertet. Dieser aufwendige Prozess erfordert viel Erfahrung und echtes handwerkliches Können.

Das Grundprinzip des Papierschöpfens in Indien ist Jahrhunderte alt und hat sich kaum verändert. Früher wurden Lumpen und Hanf tagelang eingeweicht und mit Hämmern, Stampfern oder einfachen Mühlen zerfasert.

Im 19. Jahrhundert geriet das indische Handwerk unter Druck. Importpapier aus Europa und mechanisierte Papiermühlen liessen viele kleine Werkstätten verschwinden.

Im frühen 20. Jahrhundert erlebte das Papier-Handwerk eine Wiederbelebung. Die Swadeshi-Bewegung setzte auf einheimische Produktion und wirtschaftliche Unabhängigkeit. Mahatma Gandhi sah in der Papierherstellung eine ideale Dorfindustrie: Sie braucht wenig Kapital, schafft Arbeit und verwertet lokale Abfälle.

Denn handgeschöpftes Baumwollpapier ist im besten Sinn ein Recyclingprodukt. Es verwertet Textilabfälle, die sonst entsorgt würden, und kommt ohne Holzfasern als Hauptrohstoff aus. Es sichert Arbeitsplätze in ländlichen Regionen und erhält ein traditionelles Handwerk.

 

1. Zerkleinern und Einweichen: Die Baumwollreste werden zu feinen Stückchen zerkleinert und mehrere Stunden in Wasser eingeweicht. Es entsteht ein feiner, gleichmässiger Faserbrei.

2. Schöpfen: In der Bütte tauchen zwei Papiermacher einen Holzrahmen mit feinem Sieb in den Brei. Beim Herausheben läuft das Wasser ab, und eine dünne Faserschicht bleibt zurück: der künftige Bogen mit seinem typischen unregelmässigen Rand.

3. Pressen: Die feuchten Bogen werden auf feine Baumwolltücher geschichtet und stark gepresst. Das Wasser entweicht, und die Fasern verflechten sich zu einem festen Gewebe.

4. Trocknen: Die Bogen trocknen an der Luft.

5. Marmorieren: Zum Schluss veredeln Kunsthandwerkerinnen jeden Bogen von Hand mit traditionellen Marmoriertechniken. So gleicht kein Blatt dem anderen.

 

Die Papierherstellung im Raum Jaipur reicht bis in die Zeit der Mogulherrschaft zurück. Die dort ansässige Gemeinschaft von Papiermachern wird traditionell als Kagzi bezeichnet.